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Zwischenfall in einer Seveso-Anlage

Seveso-Anlagen sind Anlagen, in denen gefährliche Stoffe hergestellt, verarbeitet, behandelt oder gelagert werden, z. B. Raffinerien, petrochemische Anlagen, Chemiewerke, Erdöldepots oder Lager für explosive Stoffe. 

Seveso-Anlagen werden je nach Art und Menge der im Betrieb vorhandenen gefährlichen Stoffe in Betriebe der oberen Klasse und Betriebe der unteren Klasse unterteilt. 

Was können Sie tun?   

VOHRER

WÄHREND

  • Befinden Sie sich im Freien? Entfernen Sie sich vom Ort des Zwischenfalls. Gehen Sie quer zur Windrichtung. 
  • Suchen Sie Schutz im nächstgelegenen Gebäude. 
    • Begeben Sie sich nach drinnen und bleiben Sie dort. Geschlossene Räume sind die beste Möglichkeit, sich zu schützen. Bleiben Sie drinnen, bis Ihnen mitgeteilt wird, dass Sie das Gebäude sicher verlassen können. 
    • Schließen Sie Türen und Fenster und schalten Sie die Lüftungssysteme aus. Halten Sie sich am besten in einem zentralen Raum im Erdgeschoss auf. Wände und Decken bieten einen besseren Schutz als Fenster. 
    • Befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Informieren Sie sich über die richtigen Maßnahmen. 
  • Lassen Sie Ihre Kinder in der Schule. Sie werden denselben Empfehlungen folgen.  
  • Verwenden Sie SMS oder Internet, um zu kommunizieren. Halten Sie das Telefonnetz frei, damit Menschen die Rettungsdienste kontaktieren können. 
  • In manchen Fällen müssen Sie evakuiert werden. Befolgen Sie die Anweisungen der Rettungsdienste, tun Sie dies nicht auf eigene Initiative. 

NACHHER

Ein Chemieunfall kann sich auf Trinkwasser und Lebensmittel auswirken, zum Beispiel auf die Landwirtschaft, die Viehzucht oder das Gemüse im Garten. Befolgen Sie die Anweisungen der Behörden.

Auswirkungen und Wahrscheinlichkeit 

Die Zahlen zur Wahrscheinlichkeit und zu den Auswirkungen beschreiben einen Zwischenfall in einer Seveso-Anlage von extremem Ausmaß. Im BNRA wird ein solches Szenario theoretisch wie folgt beschrieben: 

  • Es gibt ein großes Leck und/oder eine Explosion in einer Seveso-Anlage. Dieser Zwischenfall hat einen Auswirkungsbereich, der weit über die Anlage hinaus in ein dicht besiedeltes Stadtgebiet reicht. In diesem Bereich befinden sich auch lokale Organisationen und andere CBRNe-Betriebe.  
  • Der Zwischenfall tritt plötzlich auf oder ist von langer Dauer (länger als ein Tag).  
  • Es handelt sich um einen komplexen und schwer unter Kontrolle zu bringenden Zwischenfall aufgrund der Kombination aus der Schwere des Zwischenfalls und seinem Auftreten in einem dicht besiedelten Gebiet. 

Wie sollten Sie diese Ergebnisse interpretieren? 

Im Rahmen der BNRA haben Expertinnen und Experten für jedes Risiko drei Szenarien bewertet: erheblichem, weitreichendem, oder extrem. Auf jeder Seite finden Sie die Ergebnisse des Szenarios mit der höchsten Bewertung, basierend auf der Kombination von Wahrscheinlichkeit und Auswirkungen. Das bedeutet jedoch nicht, dass dieses Szenario eintreten wird oder am wahrscheinlichsten ist. Lesen Sie hier mehr darüber, wie Sie die Ergebnisse richtig interpretieren.

Wahrscheinlichkeit

Gering

Menschliche Auswirkung

Medium

Gesellschaftliche Auswirkung

Medium

Auswirkung auf die Umwelt

Sehr gering

Finanzielle Auswirkung

Medium

Was tun die Behörden? 

Seit 1982 ist eine europäische Seveso-Richtlinie in Kraft, die das Risiko von Industrieunfällen verringern soll. Mit dieser Richtlinie wird ein doppeltes Ziel verfolgt: 

  1. Vermeidung schwerer Unfälle mit gefährlichen Stoffen, 
  2. Begrenzung der Folgen solcher Unfälle für Mensch und Umwelt. 

In dieser Richtlinie werden präventive Sicherheitsmaßnahmen vorgeschrieben: 

  • Pflichten des Betreibers des Betriebs: 
    • Ergreifung aller erforderlichen Maßnahmen, um schweren Unfällen vorzubeugen oder deren Folgen zu begrenzen, 
    • Ausarbeitung und Umsetzung einer Präventionspolitik, 
    • Ausarbeitung und Umsetzung eines internen Notfallplans. 
  • Inspektionsprogramme: Pro Region gibt es ein Inspektionsteam aus regionalen und föderalen Inspektoren. Sie kontrollieren regelmäßig Seveso-Betriebe bei proaktiven Inspektionen und Folgeinspektionen.  
  • Überwachung der Ansiedlung: Jeder Seveso-Betrieb muss vor Aufnahme seiner Tätigkeit eine Umweltgenehmigung einholen. 
  • Information der Bevölkerung: Auf der Website seveso.be finden Sie alle erforderlichen Informationen über das Seveso-Risiko. Alle fünf Jahre findet zudem eine Informationskampagne statt.  
  • Organisation der Hilfeleistung: Die Provinzgouverneure sind für die Erstellung des besonderen Noteinsatzplans (BNEP) Seveso für Betriebe der oberen Klasse verantwortlich. 

Bei einem Chemieunfall tritt dieser besondere Noteinsatzplan Seveso in Kraft.