Andere offizielle Informationen und Dienste: www.belgium.be
In einem Kernkraftwerk werden nukleare Stoffe und andere spaltbare Elemente als Brennstoff verwendet, um Dampf zu erzeugen und Strom zu generieren. Bei diesem Prozess fallen auch nukleare Rückstände an.  

Bei einem Zwischenfall in einem Kernkraftwerk können sich Hitze und Druck aufbauen. Dampf mit radioaktiven Stoffen kann dann aus dem Kraftwerk entweichen. 

In unserem Land gibt es zwei Kernkraftwerke: Doel und Tihange (ENGIE Electrabel). Es gibt auch zwei Kraftwerke in der Nähe unserer Grenzen, in Borssele (Niederlande) und in Chooz (Frankreich). Hinzu kommen 4 weitere kerntechnische Anlagen: SCK CEN und Belgoprocess in Mol-Dessel, das Landesinstitut für Radioelemente (IRE) in Fleurus und die Gemeinsame Forschungsstelle (JRC) in Geel. Bei einem Zwischenfall in einer dieser Anlagen gelten dieselben Reflexe. Alle Informationen sind auf der Website https://nuklearrisiko.be/de verfügbar.

Was können Sie tun?

VOHRER

WÄHREND

  • Geschlossene Räume sind die beste Möglichkeit, sich zu schützen. 
    • Begeben Sie sich nach drinnen und bleiben Sie dort. Suchen Sie Schutz im nächstgelegenen Gebäude. Bleiben Sie drinnen, bis Ihnen mitgeteilt wird, dass Sie das Gebäude sicher verlassen können. 
    • Schließen Sie Türen und Fenster und schalten Sie die Lüftungssysteme aus. Halten Sie sich am besten in einem zentralen Raum im Erdgeschoss auf. Wände und Decken bieten einen besseren Schutz als Fenster. 
    • Befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Informieren Sie sich über die richtigen Maßnahmen über Radio, Fernsehen, offizielle Websites und soziale Medien. 
  • Lassen Sie Ihre Kinder in der Schule. Sie werden denselben Empfehlungen folgen.  
  • Müssen Sie evakuiert werden? Befolgen Sie die Anweisungen der Rettungsdienste. Verlassen Sie das Haus nicht auf eigene Initiative. 
  • Warten Sie auf Anweisungen der Behörden, bevor Sie Jodtabletten einnehmen. Nehmen Sie sie nie aus eigener Initiative ein. 

NACHHER

  • Es ist möglich, dass zusätzliche medizinische Ratschläge mitgeteilt werden. Verfolgen Sie die Medien und folgen Sie den offiziellen Kanälen, um alle Informationen zu erhalten. 
  • Ein Nuklearunfall kann sich auf Trinkwasser und Lebensmittel auswirken, zum Beispiel auf die Landwirtschaft, die Viehzucht oder das Gemüse im Garten. Befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. 

Auswirkungen und Wahrscheinlichkeit 

Die Zahlen zur Wahrscheinlichkeit und zu den Auswirkungen beschreiben einen Zwischenfall in einem Kernkraftwerk von erheblichem Ausmaß. Im BNRA wird ein solches Szenario theoretisch wie folgt beschrieben: 

  • Brennstoffschäden in einem Kernkraftwerk führen zu einer partiellen Kernschmelze. Die Einschlusssysteme versagen. Eine große Menge ungefilterter radioaktiver Stoffe wird freigesetzt. 
  • Radioaktive Stoffe werden erst 24 Stunden oder mehrere Tage nach dem Zwischenfall über einen langen Zeitraum freigesetzt.  
  • Es gibt wenig Wind und keinen Regen. Radioaktive Stoffe verbreiten sich nur lokal.  

Wie sollten Sie diese Ergebnisse interpretieren? 

Im Rahmen der BNRA haben Expertinnen und Experten für jedes Risiko drei Szenarien bewertet: erheblichem, weitreichendem, oder extrem. Auf jeder Seite finden Sie die Ergebnisse des Szenarios mit der höchsten Bewertung, basierend auf der Kombination von Wahrscheinlichkeit und Auswirkungen. Das bedeutet jedoch nicht, dass dieses Szenario eintreten wird oder am wahrscheinlichsten ist. Lesen Sie hier mehr darüber, wie Sie die Ergebnisse richtig interpretieren.

Wahrscheinlichkeit

Sehr gering

Menschliche Auswirkung

Hoch

Gesellschaftliche Auswirkung

Medium

Auswirkung auf die Umwelt

Medium

Finanzielle Auswirkung

Medium

Was tun die Behörden? 

In Belgien überwacht die Föderalagentur für Nuklearkontrolle (FANK) die Sicherheit der kerntechnischen Anlagen genau.  

  • Für jede kerntechnische Anlage gelten strenge Sicherheitsvorschriften. Es werden regelmäßig Inspektionen und Sicherheitsprüfungen durchgeführt. Die FANK schreibt die notwendigen Maßnahmen für die Anlagen vor, die bis zur Abschaltung reichen können, wenn diese Regeln nicht angewendet werden. 
  • 254 Messstationen in ganz Belgien überwachen die Radioaktivität in der Luft und im Wasser der Flüsse. Wenn in diesen Messstationen Anomalien verzeichnet werden, senden sie sofort einen Alarm an die Experten der FANK. 

Seit 1991 verfügt Belgien über einen nationalen Noteinsatzplan für die Bewältigung von nuklearen und radiologische Notsituationen. In diesem Noteinsatzplan sind unter anderem die Noteinsatzplanungszonen für jede kerntechnische Anlage festgelegt. Dies sind Zonen, in denen die Rettungsdienste, Gemeinden, Gouverneure und das Nationale Krisenzentrum zusätzliche Vorbereitungen treffen, um die Einwohner zu schützen. Für die Anlagen in Doel (BE), Tihange (BE), Mol-Dessel (BE), Borssele (NL) und Chooz (FR) umfasst die Zone einen Radius von 20 Kilometern. Für das Institut in Fleurus (BE) umfasst die Zone einen Radius von 10 Kilometern um die Anlage. 

Bei einem Nuklearunfall aktiviert das Nationale Krisenzentrum den Nationalen Noteinsatzplan für nukleare und radiologische Risiken.