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Klimawandel

Klimaforscher sind ständig bemüht, den zukünftigen Klimawandel besser zu erfassen und mit weniger Unsicherheiten vorherzusagen. 

 Analyse 

Um die Auswirkungen des Klimawandels zu erfassen, haben die Experten Folgendes ermittelt: 

  • die Auswirkungen und die Wahrscheinlichkeit aller Risiken für den Zeitraum 2023-2026, 
  • die Wahrscheinlichkeit aller Risiken für den Zeitraum 2050-2053 infolge des Klimawandels. 

Ausgangspunkt für diese Analyse war ein gemeinsames Klimaszenario. Dieses Szenario setzt eine Welt voraus, in der fossile Brennstoffe in großem Umfang genutzt werden und die Menschen einen energie- und rohstoffintensiven Lebensstil pflegen. Dies wird zu einem neuen Klima mit höheren Temperaturen führen, wie in der Grafik dargestellt.

 

Auswirkungen des Klimawandels auf die Wahrscheinlichkeit (X-Achse) extremer Wetterereignisse (Y-Achse)

 

Ergebnisse 

Die Ergebnisse dieser Analyse pro Risiko sind nicht öffentlich zugänglich. Dennoch finden Sie hier einige wichtige Tendenzen pro Risikokategorie. 

Cyberrisiken 

Experten erwarten unter dem Einfluss des Klimawandels lediglich eine Zunahme von zwei Cyberrisiken: Cyberangriff auf eine Regierungseinrichting und Cyberangriff auf eine lebenswichtige Infrastruktur. Tatsächlich erhöht der Klimawandel die Wahrscheinlichkeit internationaler bewaffneter Konflikte (an denen Belgien indirekt beteiligt ist), was zu einer Zunahme von Cyberangriffen auf Einrichtungen führen kann. 

Wirtschaftliche und technologische Risiken 

Die Auswirkungen des Klimawandels auf wirtschaftliche und technologische Risiken sind relativ gering. Dennoch können diese Risiken indirekte Folgen durch Naturrisiken haben, zum Beispiel: 

  • Lokale Überschwemmungen können zur Freisetzung chemischer Stoffe (zum Beispiel Heizöl oder chemische Produkte) in Unternehmen oder Wohnhäusern führen. 
  • Überschwemmungen oder Erosionen können zum Einsturz von Brücken (Brückenversagen) führen. 

Auch Deiche sind anfällig für den Klimawandel. Ihre wichtige Funktion erfordert eine regelmäßige und spezifische Überwachung, wie dies bereits der Fall ist. 

Gesundheitsrisiken 

Gesundheitsrisiken sind unabhängig von medizinischen Entwicklungen eng mit unseren Ökosystemen und unserer Umwelt verknüpft. Dies geht auch aus der Analyse der Auswirkungen des Klimawandels hervor. Beispiel: 

"Man-made"-Risiken 

Für die meisten vom Menschen verursachten Risiken gibt es keine direkten Auswirkungen des Klimawandels. Es gibt jedoch eine große Ausnahme. Die Wahrscheinlichkeit internationaler bewaffneter Konflikte wird bis 2050 erheblich zunehmen, vor allem für Konflikte außerhalb der NATO-Grenzen. Ohne Maßnahmen werden die Folgen des Klimawandels im Süden erheblich sein. Internationale bewaffnete Konflikte werden dann fast unvermeidlich sein, beispielsweise durch das Aufkommen von Extremismus, Konkurrenz um Wasser und/oder fruchtbares Land oder aufgrund massiver illegaler Migrationsströme. 

Der Einfluss des Klimawandels auf internationale bewaffnete Konflikte wirkt sich auch indirekt auf die Wahrscheinlichkeit von drei weiteren Risiken im Jahr 2050 aus: Angriffe auf kritische Infrastrukturen, Zustrom von Personen, die internationalen Schutz benötigen, sowie Menschenhandel und -schmuggel

Naturrisiken 

Durch den Klimawandel ist die Durchschnittstemperatur auf der Erde seit der vorindustriellen Zeit bereits um 1,45 °C gestiegen, in Belgien sogar um etwa 2,8 °C. 

In Belgien gibt es bereits jetzt längere Trockenperioden im Frühjahr, und dies wird auch für den Sommer erwartet. Hitzewellen werden an Dauer und Intensität zunehmen und auch außerhalb des Sommers auftreten. Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Kältewellen und extrem niedrigen Temperaturen bis zum Jahr 2100 weiter zurückgehen wird. In Bezug auf Schnee, Hagel und Eisglätte zeigen die aktuellen Klimamodelle für Belgien und den Zeitraum bis 2050 noch keine eindeutige Tendenz. 

Im Winter wird die Häufigkeit starker Niederschläge zunehmen, während Sommergewitter seltener auftreten, dafür aber heftiger werden. 

Dieser Wechsel zwischen trockenen und nassen Extremen wird bis 2050: 

Für Westeuropa wird in aktuellen Klimasimulationen Folgendes prognostiziert: 

  • Zunahme der Winde im Winter, 
  • ein weiterer Anstieg des Meeresspiegels, wodurch Küsten und Küstenlinien zusätzlich zu vermehrten Stürmen stärkeren Veränderungen und Erosionen ausgesetzt sind, 
  • Verschlimmerung des Vorkommens und der Ausbreitung einiger invasiver Arten

Phänomene wie Blitze und Tornados werden wahrscheinlich durch den Klimawandel beeinflusst, aber die aktuellen Beobachtungen und Prognosen sind noch nicht belastbar genug, um zuverlässige Aussagen für 2050 zu treffen. 

Wenn Trockenheit und Hitze durch den Klimawandel zunehmen, schafft dies günstige Bedingungen für Naturbrände. Diese Risiken allein führen jedoch nicht automatisch zum Ausbruch von Naturbränden. Daher wurde für 2050 keine klare Tendenz festgestellt. 

Einige Naturrisiken werden nicht durch den Klimawandel beeinflusst: Erdbeben, Meteoriteneinschläge, Tsunamis, Sonnenstürme und Vulkanausbrüche im benachbarten Ausland. Die Wahrscheinlichkeit dieser Risiken bleibt daher bis 2050 unverändert. 

Gesellschaftliche Risiken 

Gesellschaftliche Risiken sind nur in geringem Maße direkt vom Klimawandel betroffen. Allerdings sind indirekte Auswirkungen möglich: Extremere Witterungsbedingungen können unsere Energieversorgung, unser Verkehrswesen, unsere Kommunikationswege usw. beeinträchtigen. So kann uns beispielsweise ein Sturm dazu zwingen, Windkraftanlagen abzuschalten, Überschwemmungen können Straßen oder Schienenwege zerstören und invasive Arten können sich störend auf unsere Lebensmittelversorgung auswirken.