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Sonnensturm

Die magnetische Aktivität auf der Sonnenoberfläche kann gewaltige Eruptionen und Explosionen verursachen. Bei diesen Phänomenen werden intensive Gamma-, Röntgen- und ultraviolette Strahlen freigesetzt und können geladene Sonnenteilchen hochenergetisch beschleunigt werden. Wenn diese Strahlung die Erde erreicht, spricht man von einem Sonnensturm.

Ein Sonnensturm kann Auswirkungen haben auf:

  • weltraumgestützte Dienste, z.B. Satelliten,
  • Funkverkehr,
  • Strahlungsniveau auf Flughöhe,
  • Stromversorgung,
  • digitale Infrastruktur, z.B. Unterseekabel.

Ein Sonnensturm ist nur dann gefährlich, wenn sich die Erde in seinem Impaktbereich befindet. Nördliche Regionen (z.B. Kanada und Skandinavien) sind anfälliger.

Was können Sie tun?

Ein Sonnensturm kann verschiedene Risiken mit sich bringen. Weitere Infos:

Auswirkungen und Wahrscheinlichkeit

Die Zahlen zur Wahrscheinlichkeit und zu den Auswirkungen beschreiben einen Sonnensturm von erheblichem Ausmaß. Im BNRA wird ein solches Szenario theoretisch wie folgt beschrieben:

  • Ein Sonnensturm von mindestens zwei Tagen.
  • Die NOAA Space Weather Scales bestimmen die Schwere des Sturms mit Werten von 1 (nicht schwerwiegend) bis 5 (extrem schwerwiegend) für drei Arten von Ereignissen. Der Sonnensturm erhält einen Wert von mindestens:
    • 3 auf der R-Skala (Skala für Funkstörungen). Diese beschreibt die Auswirkungen auf Navigationssignale und Funkkommunikation,
    • oder 3 auf der S-Skala (Skala für Strahlungseffekte). Diese beschreibt das Strahlungsrisiko für Menschen und elektronische Schaltkreise (z.B. in Satelliten) und die Auswirkungen auf die Hochfrequenz-Funkkommunikation,
    • oder 3 auf der G-Skala (Skala für geomagnetische Effekte). Diese beschreibt die Auswirkungen auf Energiesysteme, Weltraumeinsätze und andere Systeme (z.B. Satellitennavigation).

Wie sollten Sie diese Ergebnisse interpretieren?

Im Rahmen der BNRA haben Expertinnen und Experten für jedes Risiko drei Szenarien bewertet: erheblichem, weitreichendem, oder extrem. Auf jeder Seite finden Sie die Ergebnisse des Szenarios mit der höchsten Bewertung, basierend auf der Kombination von Wahrscheinlichkeit und Auswirkungen. Das bedeutet jedoch nicht, dass dieses Szenario eintreten wird oder am wahrscheinlichsten ist. Lesen Sie hier mehr darüber, wie Sie die Ergebnisse richtig interpretieren.

Wahrscheinlichkeit

Hoch

Menschliche Auswirkung

Sehr gering

Gesellschaftliche Auswirkung

Gering

Auswirkung auf die Umwelt

Keine Auswirkung

Finanzielle Auswirkung

Gering

Was tun die Behörden?

Das Königliche Observatorium von Belgien und das Königliche Belgische Institut für Raumaeronomie untersuchen gemeinsam das Weltraumwetter:

  • Sie veröffentlichen täglich Berichte und warnen u.a. vor erhöhter Sonnenaktivität.
  • Sie führen satellitengestützte Messungen im Weltraum durch, um die Mechanismen, die für das Weltraumwetter verantwortlich sind, besser zu verstehen.
  • Sie entwickeln Modelle und Datenbanken, um die Auswirkungen auf technologische Systeme zu verstehen, zu bewerten und vorherzusagen.

Diese Aktivitäten sind Teil eines umfangreichen Programms der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), die eine breite Palette von Weltraumwetterdiensten anbietet, insbesondere für die Zivilluftfahrt.

Weitere Infos über Weltraumwetterdienste.