Kentern des Herald of Free Enterprise: Zu einer Koordinierung an Land und auf See

Noteinsatzplanung
AD Krisenzentrum
Mehrere dramatische Ereignisse in den 1980er Jahren führten zur Gründung eines Koordinationszentrums für Sicherheit und Gefahrenabwehr (Safety & Security), das heute das Nationale Krisenzentrum (NCCN) ist. Anfang 2000 wurde die Küstenwache eingerichtet, um die Sicherheit auf See zu gewährleisten.
Kentern des Herald of Free Enterprise. Quelle: Küstenwache.

Kentern des Herald of Free Enterprise

Der 6. März 1987 ist als schwarzer Tag für Belgien in die Geschichtsbücher eingegangen. An diesem Freitagabend sank die britische RoRo-Autofähre beim Verlassen des Hafens von Zeebrügge. 193 Menschen verloren dabei ihr Leben, vor allem britische Staatsbürger. Unsere Gedanken sind heute bei diesen Opfern und ihren Angehörigen, aber auch bei den Mitgliedern der Rettungsdienste, die damals unter den kompliziertesten Winterbedingungen reagierten.

Schaffung des CGCCR

Diese Katastrophe ließ ein Bedürfnis nach einem zentralen Koordinations- und Krisenzentrum erkennen. Infolge dieser Katastrophe, aber auch des Heizeldramas (1985), der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl (1986) und der Anschläge der CCC (1983-1985) ist das Koordinations- und Krisenzentrum der Regierung (CGCCR) eingerichtet worden. Dies wurde 1988 in einem Königlichen Erlass festgelegt.

Mehr als 30 Jahre später erfüllt der CGCCR, heute das Nationale Krisenzentrum (NCCN), die Rolle der Koordination, der Notfallplanung und des Krisenmanagements mit dem Auftrag, auf multidisziplinärer, interministerieller, interregionaler und internationaler Ebene zusammenzuarbeiten.  

Küstenwache

Der Untergang der Herald of Free Enterprise vor der Küste von Zeebrügge im Jahre 1987 hat zur Erstellung eines spezifischen "Katastrophenplans Nordsee" geführt. Dieser Katastrophenplan tritt in Kraft, wenn sich auf belgischem Staatsgebiet, also auch im Meer, eine große Katastrophe ereignet, und legt fest, welche Rolle die verschiedenen Rettungsdienste spielen. Ziel des Katastrophenplans ist ein reibungsloses Zusammenspiel und ein schnelleres Eingreifen bei Zwischenfällen auf See.

Die Koordination der Operationen wurde in die Hände des Gouverneurs von Westflandern gelegt. Zwischenfälle auf See werden in erster Linie auf provinzialer Ebene bewältigt, wobei der Minister des Innern stets auf dem Laufenden gehalten wird.

Außerdem sind nicht weniger als 17 föderale und regionale Abteilungen für die Nordsee zuständig. Sie kümmern sich u.a. um den Schiffsverkehr, die Seerettung, Einwanderung über die Nordsee usw. Aus diesen Abteilungen ist eine bereichsübergreifende Arbeitsgruppe hervorgegangen: die Küstenwache. Diese Arbeitsgruppe hat in 2003 eine offizielle Struktur erhalten. Dies ist die Küstenwache, wie wir sie heute kennen. Sie besteht aus einem Verwaltungsorgan, einem Konzertierungsorgan und dem Sekretariat Küstenwache. Das NCCN gewährleistet den Vorsitz des Verwaltungsorgan im Wechsel mit dem Vertreter der flämischen Region.

Die Struktur der Küstenwache erlaubt ein effizienteres Vorgehen auf dem Gebiet der belgischen Nordsee. Es ist sehr wichtig, dass das NCCN diese Koordinierung sowohl an Land als auch auf See überwacht.

Mehr Infos über die Küstenwache: https://kustwacht.be/fr