Risiko-info.be

Belgien verfügt nicht über eine ausgeprägte Risikokultur. Ein fehlendes Bewusstsein und mangelnde Kenntnisse über die kleinen oder großen häuslichen, technologischen, naturbedingten und gesundheitlichen Risiken oder auch Sicherheitsrisiken führen manchmal zu Komplikationen, zu zusätzlichen Problemen während der bereits komplexen Bewältigung einer Notsituation: Panik in der Bevölkerung und Menschenansammlung, leichtfertige Verhaltensweisen mancher Bürger, Katastrophentourismus, spontane und unkontrollierte Evakuierung ...

Darum ist es wichtig, das Erlernen der Vorsichts- und Schutzreflexe in Notsituationen zu fördern. Handlungskompetenz und Solidarität der Bürger bilden den Leitfaden in Krisensituationen.

Risikoerziehung und Handlungskompetenz

Unter "Handlungskompetenz" versteht man verantwortliches Handeln in Notsituationen. Als Behörde reichen wir den Bürgern geeignete Instrumente an, um ihre Handlungskompetenz zu erhöhen.

Die Kenntnis der Risiken ist natürlich individuell unterschiedlich je nach Alter, Umfeld und Erfahrung. Dennoch ist es möglich, die eigene Resilienz durch einen freiwilligen Lernprozess zu entwickeln: durch eine Risikoerziehung. Gut informierte Bürger sind eher in der Lage, sich angemessen zu verhalten.

Daher hat das Krisenzentrum bereits 2009 Schritte unternommen, um in Belgien eine Risikokultur zu etablieren. Dank einer engen Zusammenarbeit mit verschieden unmittelbar betroffenen Partnern wurde 2014 ein Informationsportal eingerichtet, das sich an alle Bürger und Einrichtungen richtet, die ihre eigene Resilienz erhöhen möchten: Risiko-info.be.

Vorbeugende Information über Risiken

Mit Risiko-info.be wird bezweckt, die Bürger über Folgendes zu informieren: Risiken, die sie umgeben, mögliche Auswirkungen von Notsituationen und dass es wichtig ist, sich darauf vorzubereiten, sowie korrekte Verhaltensweisen für eine schnelle und angemessene Reaktion.

Diesbezüglich führt das Krisenzentrum seit 2016 eine breite Sensibilisierungskampagne durch. Verschiedene Themen wurden bereits oder werden noch behandelt:

  • Information über das Seveso-Risiko - Dezember 2016,
  • Information darüber, wie wichtig es ist, sich in Notsituationen zu informieren - April 2017,
  • Information über die Alarmierung der Bevölkerung (BE-Alert) - Juni-September 2017,
  • Information über eine effiziente Vorbereitung in Notsituationen - Oktober-November 2017,
  • Information über das Nuklearrisiko - 2018,
  • BE-Ready: didaktische Unterlagen für Lehrkräfte im Primarschulwesen - 2019-2020.

Tätigkeitsbericht 2018: Vorverteilung von 643 399 Packungen mit Jodtabletten: Im Rahmen einer Aktualisierung des Nationalen Noteinsatzplans für nukleare Risiken hat das Krisenzentrum in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern die vorbeugende Informationskampagne "Was tun bei einem nuklearen Unfall?" gestartet. Die Ergebnisse dieser Sensibilisierung sind beeindruckend: 10 953 Notfallpläne für Familien über www.meinnoteinsatzplan.be erstellt, 643 399 Packungen Jod¬tabletten durch die Apotheken vorverteilt, 973 400 Broschüren im ganzen Land verteilt, 105 355 Mal wurde die Website https://nuklearrisiko.be besucht.

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