Organisation der Übungen

Die Durchführung von Übungen ist ein wichtiger Aspekt einer effizienten Noteinsatzplanung. Die Übungen entsprechen einem echten Bedarf der in das Krisenmanagement eingebundenen Behörden, die auf diese Weise ihren jeweiligen Noteinsatzplan, aber auch die damit verbundenen Verfahren testen können.
Seveso-Übung

Übungen ermöglichen den teilnehmenden Instanzen zu trainieren. Durch Übungen erlernen die Teilnehmer zudem eine bessere Arbeitsteilung, die erforderlich ist, um in einer Notsituation von den Ereignissen nicht überfordert zu werden. Diese "Routine" kann erst durch wiederholtes Üben erlangt werden.

Bei Übungen können neue Elemente oder Verfahren im Hinblick auf ihre Durchführbarkeit getestet werden. Dies ist unerlässlich, bevor Neuerungen in die Verfahren oder Noteinsatzpläne integriert werden.

Gesetzliche Verpflichtungen

In mehreren Vorschriften wird die Organisation von Noteinsatzplanungsübungen vorgeschrieben. Dies gilt beispielsweise für Seveso-Betriebe und kerntechnische Anlagen.

Im Noteinsatzplan für nukleare und radiologische Risiken für das belgische Staatsgebiet ist festgelegt, dass für die Kernkraftwerke von Doel und Tihange jedes Jahr eine Übung durchgeführt wird. Für die anderen Anlagen, auf die der Plan Anwendung findet (das Studienzentrum für Kernenergie, Belgoprocess und Belgonucléaire in der Region Mol-Dessel sowie das Institut für Radioelemente in Fleurus), wird alle zwei Jahre eine Übung durchgeführt. Alle drei Jahre muss eine Übung größeren Ausmaßes durchgeführt werden, die im Prinzip alle Disziplinen einbezieht.

Im Königlichen Erlass über die Noteinsatzpläne wird zudem bestimmt, dass die Gemeinden und Provinzen Übungen für potenzielle Notsituationen, die sich auf ihrem Gebiet ereignen können, organisieren.

Organisation einer Übung in Bezug auf einen Noteinsatzplan

Unternehmen und Behörden testen regelmäßig ihren Noteinsatzplan. Die Behörden organisieren Noteinsatzplanungsübungen auf kommunaler, provinzialer und föderaler Ebene. Wir unterscheiden zwei Arten Übungen:

  • theoretische Übungen: Die verschiedenen Akteure sitzen an einem Tisch und besprechen, wie ein Einsatz unter realistischen Bedingungen am besten verlaufen sollte,
  • praktische Übungen: Die Übung wird am Ort der (simulierten) Notsituation inszeniert. Grundsätzlich werden Teams und Mittel an diesem Ort eingesetzt, aber mehrere Modalitäten sind möglich.

Idealerweise wird nach einer bestimmten Methode gearbeitet, unter Berücksichtigung folgender Schritte:

  • Beschreibung der Ziele,
  • Erstellung eines Übungsszenarios,
  • vorherige Information der Bevölkerung,
  • Beurteilung der Übungsziele,
  • Ausarbeitung des Verbesserungsbedarfs.