Juristische Aspekte

Terrorisme
Krisismanagement

Informationen zu den Ermittlungen

Nach den tragischen Ereignissen ist der Wunsch nach Informationen über den Verlauf und dem Voranschreiten der Ermittlungen verständlich und legitim. Dabei gilt es das  Ermittlungsgeheimnis zu berücksichtigen.

Das Ermittlungsgeheimnis rechtfertigt sich  um den guten Verlauf der Ermittlungen zu garantieren.  Die Mitteilung gewisser Informationen kann die Ermittlungen erschweren und sogar vernichten. Beispielsweise könnten die darin verwickelten Personen, die über die Handlungen der Ermittler informiert sind, die Flucht ergreifen.

Zusätzlich ist es bei Mitteilungen zu den Ermittlungen wichtig, gut überprüfte und gültige Informationen weiterzuleiten. Wegen des Ausmaßes und der Schwere der Ereignisse ist es wichtige eine genaue und gewissenhafte Ermittlung zu garantieren. Dies beansprucht Zeit.

Zum aktuellen Zeitpunkt entscheiden nur die mit den Ermittlungen beauftragten  Untersuchungsrichter  über die Informationen, die mitgeteilt werden können und an wen diese kommuniziert werden dürfen. Mit deren Einverständnis können Informationen an die Opfer, sowie deren Angehörige über den Föderalprokurator und die Opferbetreuung der Justizhäuser mitgeteilt werden. Wenn das öffentliche Interesse es erfordert, kann der Föderalprokurator durch Pressemitteilungen Auskünfte erteilen.

Ihre Fragen zum Verfahren oder zu den zugänglichen Informationen der laufenden Untersuchungen können Sie gerne an die Opferbetreuung des Justizhauses richten unter der Rufnummer 087 594 600.
 

Informationen zum Gerichtsverfahren

Die Opfer, die Fragen zum Gerichtsverfahren haben, können Kontakt mit der Opferbetreuung des Justizhauses aufnehmen.

Die Opferbetreuung ist kostenlos.

Die Opferbetreuung wird tätig damit Sie als Opfer oder Angehörige eine angemessene Anerkennung während der gesamten gerichtlichen Prozedur erhalten und um es Ihnen zu ermöglichen ihre Rechte geltend zu machen.

Die Justizassistenten der Opferbetreuung haben als Auftrag:

  • ihnen spezifische Informationen zu ihrer Akte, dem Gerichtsverfahren und ihren Rechten mitzuteilen ;
  • ihnen Unterstützung und Beistand während des gesamten gerichtlichen Verfahrens zu erteilen, vor allem während der schwierigen Momente (unter anderem das Auftreten als Zivilpartei, die Akteneinsicht oder der Sitzungstermine);
  • in Funktion ihrer Bedürfnisse, Sie an andere Dienstleister weiterzuleiten (zum Beispiel für juristischen Beistand oder eine psychosoziale Unterstützung).

Sie können die Opferbetreuung  unter folgender Rufnummer kontaktieren: 08759 46 00

 

 

Erklärung als benachteiligte Person

Aufgrund des Ausmaßes der Ereignisse, wird jeder direkt betroffenen Person, die über das Verfahren informiert werden möchte, angeraten, sich selbst an die Polizeidienststelle in der Nähe seines Wohnortes zu wenden und dort das Formular “Erklärung als benachteiligte Person“ auszufüllen.

Diese Erklärung als benachteiligte Person beinhaltet ihre persönlichen Angaben, sowie die Art des Schadens oder ihr persönliches Interesse um das Statut als benachteiligte Person zu rechtfertigen. Diese Erklärung ist kostenfrei. Dieser Erklärung können Sie auch Dokumente beilegen, die Sie als nützlich in dieser Akte erachten.

Die Erklärung als benachteiligte Person reicht nicht aus um einen Schadensersatz zu erhalten. Dafür müssen als Sie Zivilpartei auftreten.

 

Auftreten als Zivilpartei

In allen Phasen des Verfahrens (vor dem Untersuchungsrichter, vor dem Untersuchungsgericht oder vor dem erkennenden Gericht) können Sie als Zivilpartei auftreten Daher haben Sie Zeit sich gut zu informieren oder eventuell einen Beistand anzufragen, bevor Sie dieses Verfahren einleiten. Ein Rechtsanwalt oder ein Justizassistent kann Ihnen bei diesem Schritt Beistand leisten.

Um als Zivilpartei auftreten zu können, müssen Sie in Belgien wohnhaft sein. Opfer, die im Ausland leben, werden gebeten sich an ihre Botschaft zu wenden.

Mehr Informationen via der Opferbetreuung des Justizhauses.
 

Benötigen Sie eine juristische Beratung oder einen Rechtsanwalt ?

• Die juristische Beratung ist eine Dienstleistung, die für Alle zugänglich ist. Sie bietet eine erste juristische Einschätzung zu ihrem Problem.
Um praktische Auskünfte, juristische Informationen oder eine erste juristische Stellungnahme zu erhalten, können Sie sich zur Sprechstunde des ersten juristischen Beratung begeben. Gegebenenfalls werden Sie zu einem spezialisierten Dienstleister weitergeleitet.
Die Sprechstunden finden je nachdem im Justizpalast, im Friedensgericht, in verschiedenen Gemeindeverwaltungen, ÖSHZ, Vereinigungen ohne Erwerbszwecke oder im Justizhaus statt.
Um den Ort und die Uhrzeiten der Sprechstunden in ihrer Nähe zu erfahren, kontaktieren Sie die Kommission für juristischen Beistand.

• Die Rechtshilfe zweiter Linie (ehemals pro deo) ermöglicht, in Funktion des Einkommens,  die Dienstleistungen eines Rechtsanwalts ganz oder teilweise kostenlos zu beanspruchen. Dazu können Sie sich an einem Büro für Rechtshilfe wenden.

• Denken Sie daran bei ihrem Versicherungsagenten zu überprüfen, ob Sie über einen Rechtschutz verfügen.
 

Finanzielle Hilfe zu Gunsten von Opfern

In Folge der Ereignisse vom 22. März 2016 besteht in gewissen Fällen die Möglichkeit eine finanzielle Hilfe anzufragen. Als Opfer vorsätzlicher Gewalttaten, Angehöriger, Eltern einer verschwundenen Person oder Eltern eines minderjährigen Opfers können Sie, unter bestimmten Bedingungen, eine Hilfe bei der Kommission für finanzielle Hilfe zugunsten von Opfern vorsätzlicher Gewalttaten und Gelegenheitsrettern erhalten.

Denken Sie daran sich bei Ihrer Versicherungsgesellschaft zu informieren ob Sie über eine Rechtschutzversicherung verfügen.

Sie haben Informationen, die für die Ermittlungen wichtig sein können?

Wenden Sie sich an die lokale Polizei;

Sie können ebenfalls die Rufnummer 0800/30.300 oder avisderecherche@police.belgium.eu kontaktieren.